Das Rezept für gelungene Feedbackgespräche.

Wer wissen will, wie man Mitarbeitergespräche bzw. Kritikgespräche nicht führen sollte, der schaut sich am besten mal eine Folge der Kochprofis an.

Hier finden Sie den Link:

http://rtl2now.rtl2.de/die-kochprofis-einsatz-am-herd/zum-holzwurm-in-itzstedt-folge-211.php?film_id=124131&productdetail=1

Die Beratung durch die Kochprofis ist schon fast ein Lehrstück, wie man nicht Kritik äußern bzw. Feedback geben sollte. In der Sendung sind so ziemlich alle Dont’s für ein Kritikgespräch enthalten!

Bei der Sendung geht es darum, dass erfahrene Köche anderen, nicht so talentierten Unternehmern unter die Arme greifen. Fachlich machen die Köche das sicherlich sehr gut. Aus Gesichtspunkten zeitgemäßer Mitarbeiterführung gibt es hier hingegen noch Verbesserungspotenzial… um es mal konstruktiv auszudrücken.

Kleine Aufwärmphase – auch beim Kritikgespräch

Lerne ich eine Person neu kennen, dann benötige ich immer Zeit, um zu prüfen, was ich von dieser Person halte, z.B. ob sie mir sympathisch ist. Diese Zeit muss ich nutzen, um mich selber sympathisch zu machen.

Denn: Wie ist das bei Ihnen? Nehmen Sie Kritik oder gute Ratschläge von Personen an, die Sie unsympathisch finden? Eher nicht, oder? Also muss ich die Möglichkeit nutzen, um die Sympathie des anderen Menschen zu gewinnen.

Deswegen gibt es bei Seminaren auch immer diese Aufwärmrunde, in der sich jeder vorstellt. Dabei geht es nur darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Personen wohl und aufgehoben fühlen.

Das Gleiche gilt, wenn ein Mitarbeiter bei seinem Vorgesetzten einen Termin für ein Mitarbeitergespräch hat. Dann geht es ebenfalls darum, einen Rahmen zu schaffen, in der sich der Mitarbeiter einigermaßen sicher und wohl fühlt. Ich gebe es ja zu: Die Möglichkeiten, es für den Mitarbeiter im Büro des Chefs gemütlich zu machen, sind beschränkt. Aber so gut es eben beim Vorgesetzten im Büro möglich ist, sollte es schon sein.

Erst danach können Sie mit der eigentlichen Arbeit, mit dem Kritikgespräch, beginnen. Auch wenn viele das als Zeitverschwendung empfinden oder auch sagen, dass sie zu wenig Zeit dafür haben. Letztendlich können Sie sich dann gleich das ganze Kritikgespräch sparen. Einfach aus dem Grund, weil es nichts bringt – das Feedback wird nicht aufgenommen.

Vermeiden Sie in Kritikgesprächen den Gesichtsverlust

Zurück zu den Kochprofis: Es gibt eine Szene, da müssen sich die beiden Betreiber einiges anhören. Die Gastronomin steht daraufhin mit verschränkten Armen vor ihrem höchsten Gericht. Selbst das wird dann noch zum Anlass genommen, noch einmal Kritik zu üben. „Du siehst so aus, als wenn Dich das alles nicht interessiert“ oder so ähnlich ist dann die Aussage. Also mal ehrlich?

Nicht nur dass ein komplettes Kamerateam und die gesamte Fernsehnation dabei sind. Dann stehst Du auch noch vor Deinen Mitarbeitern und musst Dich vor deren Augen auf Deine Fehler hinweisen lassen. Das hat auch kein Chef gerne, da darf man dann auch mal mit verschränkten Armen dastehen.

Stellen Sie auch bei Kritikgesprächen die richtigen Fragen

Stellen Sie sich Folgendes vor: Angenommen ich erhalte ich einen Ratschlag, von dem ich nicht so ganz überzeugt bin. Mit genügend Druck (z.B. vom Vorgesetzten) setze ich diesen vielleicht auch um. Aber meist etwas widerwillig. Denn insgeheim hoffe ich doch, dass der Ratschlag falsch war und mein bisheriger Weg der richtige ist. Sobald dann das erste Problem auftritt, kann ich den Ratschlag wieder durch meine Idee ersetzen. Und das mit gutem Gewissen, denn ich habe es ja probiert.

Veränderungsprozesse funktionieren nur, wenn ich selber zu der Überzeugung gekommen bin, dass es auf eine bestimmte Art und Weise besser funktioniert.

Wenn ich selber von einer Idee überzeugt bin, werde ich diese Idee trotz aller Widerstände weiterverfolgen. Noch besser, wenn ich denke, es ist meine Idee. Dann werde ich für die Idee kämpfen. Also begleiten Sie Ihre Mitarbeiter dabei, selber eine Idee zu entwickeln! Auch wenn Sie bereits meinen zu wissen, was gut für die Mitarbeiter ist.

Dies erreiche ich z.B. durch Fragetechniken. Der Ratsuchende kann dann die Konsequenzen seiner Situation durchspielen und kommt alleine zu dem Ergebnis, dass ein anderer Weg besser wäre.

Kritikgespräche sollten immer auch wertschätzend sein

Haben Sie was gemerkt? Die Kritik in meinem Artikel war natürlich auch nicht konstruktiv. Wenn das einer von den Kochprofis lesen würde, würden die jetzt sagen: „Was ist denn das für einer?“.

Warum? Weil der ganze Artikel nicht wertschätzend war. Ich habe nur wenig Gutes über die Jungs gesagt. Ich habe denen keine Bühne bereitet, mich sympathisch zu finden und daher würde die auch mit meiner Kritik nichts anfangen können. Ganz einfach, weil ich die Kritik falsch übermittelt habe.

Aber es war ja auch nicht für die Kochprofis, sondern für meine Leser bestimmt und sollte daher etwas unterhaltsam sein. So wie die Sendung – die ist ja letztlich auch nicht für die Restaurants, sondern für die Zuschauer gemacht…

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Über den Strukturgeber

Coach Marc Schmidt

Marc Schmidt – Gründer, erfolgreicher Unternehmer, heute Berater und Business Coach in Hamburg. Berät Unternehmer und Führungskräfte in Fragen effektiver Unternehmensführung. Er unterstützt Mitarbeiter, Führungskräfte und Unternehmer dabei optimal zu führen.

 

Marc Schmidt