Die Steigerung der Arbeitsproduktivität ist das Hauptanliegen der meisten Führungskräfte – führt die Steigerung der Produktivität doch fast zwangsläufig zu höheren Gewinnen.

Die oft anzutreffende Denkweise: ein bisschen mehr Druck und bloß nicht zu viel loben. Diese Methode mag kurzfristig wirken, doch dauerhaft produktives Arbeiten ist so nicht zu erreichen.

Rahmenbedingungen für produktives Arbeiten geschaffen?

Als Führungskraft sollte ich mich, statt Druck aufzubauen, lieber fragen: Habe ich die Rahmenbedingungen in meinem Unternehmen geschaffen, damit meine Mitarbeiter produktiv arbeiten können?

Und an diesem Punkt wird es für uns Führungskräfte in der Umsetzung dann schon etwas schwieriger. Denn eine kontinuierliche Steigerung der Produktivität, erfordert nun einmal – Achtung: Überraschung! – Kontinuität, auch von der Führungskraft. Das ist weiß Gott nicht jedermanns Stärke.

Doch wie begleite ich meine Mitarbeiter, um das Ziel produktive Arbeit zu erreichen? Dies können zum einen technische Verbesserungen sein. Denn nur mit zuverlässigen Rechnern und Programmen, die einfach zu bedienen sind, ist produktive Arbeit möglich.

Setze ich z. B. eine neue Software ein, die mit praktischen Funktionen ausgestattet ist, reicht es nicht aus, die Programme nur zu installieren. Als Führungskraft habe ich sicherzustellen, dass meine Mitarbeiter auch erfahren, welche Möglichkeiten diese Programme bieten.

Klingt logisch, ist in der Realität aber nicht so. Ich stelle immer wieder fest, dass Mitarbeiter einen Standardbrief wieder und wieder aus einem alten Brief herauskopieren. Eine einfache E-Mail-Vorlage würde dauerhaft zur Steigerung der Arbeitsproduktivität führen.

Steigerung der Arbeitsproduktivität wird oft durch Gewohnheiten verhindert.

Eine Führungskraft darf sich nicht im Mikromanagement verlieren und hat auch keine Zeit, sich mit jedem Mitarbeiter hinzusetzen und die technischen Möglichkeiten der eingesetzten Software durchzusprechen.

Als Führungskraft kann ich jedoch organisieren, dass die Mitarbeiter sich gegenseitig die neuen Möglichkeiten vorstellen und weitere Maßnahmen für produktives Arbeiten in regelmäßigen Meetings erarbeiten. Uns Menschen gefallen nun einmal Gewohnheiten. Aber durch regelmäßige Verbesserungsrunden stelle ich sicher, dass meine Mitarbeiter sich gegenseitig mit Tipps versorgen und so ihre Gewohnheit verändern.

Ein anderes Beispiel sind Standardprozesse, deren Abläufe nicht klar geregelt sind. In der Praxis gibt es in solchen Fällen sehr unterschiedliche Ansichten darüber, wie Dinge abgearbeitet werden. Gerade an Schnittstellen, z. B. zwischen zwei Abteilungen, werden dann intensivste Diskussionen geführt, wer welche Teilschritte einer Aufgabe zu erledigen hat. Es liegt auf der Hand, dass hier viel Zeit verloren geht.

Als Führungskraft habe ich daher sicherzustellen, dass die Voraussetzungen für produktive Arbeit geschaffen sind.

Gerade zu Beginn solcher Maßnahmen sollte ich als Führungskraft die Abarbeitung dieser Themen überwachen. Werden die Besprechungstermine eingehalten? Werden konkrete Maßnahmen umgesetzt? Hier ist eine kontinuierliche Begleitung und Unterstützung durch Sie als Vorgesetzten gefordert. Sonst geht dem produktiven Arbeiten schnell die Puste aus.

Marc Schmidt