Eines meiner Strukturgeber-Module lautet: „Als Vorgesetzter Mitarbeiter befähigen“. 180 Minuten, die sich ausschließlich um Fragestellungen wie diese drehen: Wie rege ich ihre Kreativität an? Wie trage ich zur persönlichen Entfaltung bei? Wie vermittele ich den Sinn hinter dem, was wir gemeinsam erreichen wollen? Das Feedback ist erfreulich:

  •  „Sichtweisen, die keinem Chef fehlen sollten“
  • „Komprimiert und schnell umsetzbar“
  • „Transformationale Führung mal ganz praktisch“

Transformationale Führung? Was wissen meine Teilnehmer, was ich nicht weiß? Ein Ansatz, den ich noch nicht kenne, schließlich lernt man ja nie aus? Google ist die erste Anlaufstelle, meine Wissenslücke zu schließen. Oder wohl eher ihr Ausmaß zu beziffern. Leicht beschämt sehe ich, wie die Suchmaschine haufenweise Zeitungsartikel, Interviews, Fachaufsätze und Literaturhinweise zutage fördert.

Nach gut einer Stunde, die ich mich mit der Materie beschäftige, brummt mein Schädel. Es geht um Faktoranalysen und Modellierungsversuche, Ansätze des Empowerments, kognitive Komplexität und Strategien, den transformativen Change Leader in sich zu generieren…  Bevor ich den Rechner gänzlich frustriert herunterfahre, noch ein Abstecher zu Wikipedia. Die Hoffnung auf einfache Worte stirbt bei mir zuletzt:

„Der Begriff Transformationale Führung bezeichnet ein Führungsmodell, bei dem die Geführten Vertrauen, Respekt, Loyalität und Bewunderung gegenüber der Führungskraft empfinden und dadurch überdurchschnittliche Leistungen erbringen.“*

Danke, geht doch. Und genau das gibt es in meinen Trainings. Nun bin ich wenigstens wieder auf der Höhe der Zeit und habe zwei tolle Wörter dazu gelernt, mit denen eigentlich niemand etwas anfangen kann. Denn der Anspruch an das eigene Führungsverhalten sollte doch ohnehin sein, dass man Vertrauen und Respekt erntet. Oder?

 *http://de.wikipedia.org/wiki/Transformationale_F%C3%BChrung